Radikales Stromsparen
EVP Kantonsrätin Regula Streckeisen, Romanshorn fordert radikales Stromsparen
Interpellation, Votum und Zeitungsbericht zur Forderung von Regula Streckeisen "radikal Strom zu sparen" resp. zu "Massnahmen zur Senkung des Stromverbrauchs"
Interpellation "Massnahmen zur Senkung des Stromverbrauchs - von EVP Kantonsrätin Regula Streckeisen - 11.05.2011
Votum zur Interpellation "Massnahmen zur Senkung des Stormverbrauchs - von EVP Kantonsrätin Regula Streckeisen - 15.02.2012
Bericht aus der Thurgauer Zeitung zum Vorstoss Streckeisen "Interesse an radikaler Stromsparidee" TZ 16.02.2012
Hier lesen Sie das Votum zur IP Massnahmen zur Senkung des Stromverbrauches
Ich danke dem Regierungsrat für den Entscheid, ein „Konzept für einen Thurgauer Strommix ohne Atom“ zu erstellen. Darin wird er auch Massnahmen zum Stromsparen prüfen. Damit ist ein Teil meines Interpellationsanliegens erfüllt. Trotzdem beantrage ich Diskussion, da in der Regierungsrätlichen Antwort einige Punkte vor allem im Bereich des Decoupling offen bleiben, welche eine Diskussion rechtfertigen.
1. Das Decoupling
Der Name bedeutet „Entkoppelung“. In unserem System steigt der Gewinn der EW mit der Menge des verkauften Stromes, er ist an die Menge des verkauften Stromes gekoppelt. Wer viel Strom bezieht, erhält Rabatt. Damit fehlt jeder Anreiz zum Stromsparen sowohl seitens der EWs als auch seitens der Grossbezüger. Das Decouplingmodell verbietet diese Koppelung. EWs müssen den Strom dort billiger liefern, wo Strom gespart wurde, und umgekehrt. Das Modell wurde bereits erfolgreich in Kalifornien, New York und Maryland eingeführt. Kalifornien hat es dank diesem Modell geschafft, im Jahre 2008 gleich viel Strom zu verbrauchen wie im Jahr 1978. Die Schweiz dagegen hat in diesen 30 Jahren ihren Stromverbrauch um die Hälfte vergrössert. Ich frage sie, meine Damen und Herren: Warum sollen wir das, was Kalifornien kann, in der Schweiz nicht auch zustande bringen? Der RR anerkennt zwar, dass der Ansatz des Decouplingmodelles sehr interessant sei, will aber auf einen Vorschlag des Bundesrates warten. Nun ist es tatsächlich so, dass FDP-NR Peter Malama am 14.4.2011 eine IP zum Decoupling eingereicht hat. Sie liegt wohl in irgendeiner Schublade. Aber wir Thurgauer agieren rascher als Bern. Warten auf Bern ist unnötig und dem Ziel des Stromsparens abträglich. Bereits gehen nämlich zwei Thurgauer EWs mit gutem Beispiel voran: Die Technischen Gemeindewerke von Märstetten und die Gemeinde Hüttlingen. Sie führen einen Energiesparwettbewerb durch im 2012, zu welchem sich alle Haushalte anmelden können. Das Ziel besteht darin, Ende 2012 mindestens 20% weniger Stromverbrauch auf dem Zähler zu haben als Ende 2011. Da dürfen wir gespannt sein, wie dieser Wettbewerb ausgeht! Märstetten und Hüttlingen rufe ich ein grosses Bravo zu! Insbesondere auch deshalb, weil dieser Wettbewerb nur einen minimalen administrativen Aufwand auslöst. Zählerstand 2011 und 2012 genügen, um die Gewinner zu ermitteln.
Was noch fehlt, ist eine ähnliche Offensive im Bereich der Unternehmen. Da braucht es wahrscheinlich eine Anschubunterstützung durch den Kanton. Ich bitte jedenfalls den RR, dieses Thema gründlich und zukunftsorientiert zu prüfen.
2. Stromkontingentierung
Eine Stromkontingentierung wäre für mich die ultima ratio, falls die anderen, besseren Massnahmen nicht energisch genug vorangetrieben würden. Wenn jedoch das Decoupling flächendeckend klappt, braucht es keine Stromkontingentierung. Dann funktionieren die Strompreise auch ohne Kontingentierung so, dass der sparsame Verbraucher den Strom billig bezieht und der verschwenderische einen höheren Strompreis bezahlt. Die Anreize zum Stromsparen so zu gestalten, dass eine Kontingentierung überflüssig wird, ist ganz in meinem Sinn und im Sinne meiner Fraktion.
Regula Streckeisen, Präsidentin EVP Thurgau,
Kantonsrätin, Romanshorn, 15.2.2012




